Ein goldener Herbst

Herbst Gemüse
Gemüse aus Bonisolli's Garten.

Lass Dir Zeit

Herbst …

… wie schön, endlich kann man entspannen und sich Zeit lassen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die pünktlich vor dem ersten Frost alles, wirklich alles im Garten erledigt haben. Ganz im Gegenteil, ich finde es wunderbar, an wärmeren Tagen rauszugehen und ein bisschen vor mich hin zu wurschteln – ohne Druck, weil irgend- etwas fertig werden muss – purer Luxus! Natürlich gibt es immer noch ein paar letzte Dinge, die gemacht werden müssen: Äpfel einlagern, Quitten verarbeiten, die letzten Tomaten abnehmen und Feldsalat säen, aber das war es dann auch schon! Die ganze Aufräumerei mache ich wirklich nur dann, wenn ich Lust dazu habe. Mit dem netten Nebeneffekt, dass ein verwilderter Garten, in dem eben noch nicht alles runtergeschnitten und entsorgt worden ist, mit Frost und Schnee wie verzaubert aussieht und viele Vögel anlockt.

Zwetschgen ernten
Bei Sonnenschein ernte ich in Ruhe reife Zwetschgen.
Zwetschge
Mein Zwetschgenbaum im Obstgarten trägt Früchte.

Die Ernte

Optimalerweise erntet man an einem schönen, warmen Tag. Das Gemüse sollte ohne Druckstellen oder Verletzungen sein. Man lässt die Erde etwas antrocknen und reibt sie anschließend ab. Die Blätter von Rote Bete und Karotten werden bis auf einen kleinen Rest abgeschnitten. Wenn man einen alten Keller hat, dann kann man das Wurzelgemüse zusammen mit Sand in Holzkisten einschichten. So bleiben sie über einen langen Zeitraum frisch und werden nicht weich. Kartoffeln brauchen im Grunde nur eine Holzkiste oder einen Sack. Auch hier ist es wichtig, dass der Raum eine konstant niedrige Temperatur hat und die Kartoffeln dunkel gelagert werden. Sonst werden sie weich und fangen an zu keimen.

Rote Beete
Die Rote Beete ist reif für die Ernte.

Die Kürbisse zieren, so lange es noch nicht friert, unsere Terrasse. Später lagern wir sie einfach im Treppenhaus. Dort finden auch alle unsere grün geernteten Tomaten ein kühles Plätzchen. Ich sortiere sie nach jeweiligem Reifegrad und verteile sie großzügig auf große Holztabletts. Wenn man sie regelmäßig kontrolliert und die kaputten aussortiert, hat man bis in den Februar hinein immer noch frische, aromatische Tomaten.

Tomaten
Unfreie Tomaten lagere ich ein.
Kürbis
Es ist Kürbiszeit.

Chutneys und Kompott

Apfelchutney mit Thymian
Apfelchutney mit Thymian.
Zwetschgenmus
Zwetschgenmus.

Chutneys sind ca. 6-8 Monate haltbar, danach sind sie meistens noch genießbar, verlieren aber an Geschmack und Farbe. Da sie viel weniger Zucker enthalten als Konfitüren, ist es fast noch wichtiger, sehr sehr gründlich und sauber zu arbeiten. Die sterilisierten Gläser nach dem Abfüllen sofort verschließen und kühl stellen. Angebrochene Gläser im Kühlschrank lagern und schnell verbrauchen. Bei der Herstellung von Chutneys kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und vor allem mit dem Schärfenrad und den Gewürzen variieren. Ich will Ihnen auch nicht vorenthalten, dass sie ganz wunderbar zu gegrilltem Fleisch und Fisch schmecken!

Bratapfelmus
Bratapfelmus für kalte Herbsttage.

Das ist mir im Herbst wichtig …

Jetzt wird es Zeit, den eigenen Perfektionismus einen Gang runterzuschalten. Letzte Früchte werden geerntet und verarbeitet. So manches Beet wird sich selbst überlassen …

Blätter im Brunnen
Die ruhige Zeit bricht an.

Weitere herbstliche Rezepte von Barbara Bonisolli findet Ihr hier:

Vegetarische Gemüsebrühe
Nussparfait mit Pflaumenkompott
Überbackene Tomaten
Quinoasalat mit Zucchini und Feta
Hühnersuppe
Reisnudeln mit Mangold