Mallorca, wir kommen!

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Was es trotz Corona zu entdecken gibt …

Endlich ist es soweit, die Grenzen zu Spanien sind nach drei Monaten Pause innereuropäisch wieder offen. Somit ist auch der Weg  nach Mallorca wieder frei. Endlich wieder lange Strandtage erleben, die letzten Sonnenstrahlen mit einem Aperitiv in der Hand genießen, über den Markt schlendern, endlich wieder die Küste mit dem Auto abklappern, durch enge Gassen schlendern, wandern oder mit einem Buch am Hotelpool liegen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Endlich also wieder auf die Lieblingsinsel. In den letzten Wochen und Monaten haben wir uns hingeträumt zu diesem vielseitigen Urlaubsziel mit seinen weißen Sandstränden, dem türkisblauen Meer, den von Felsen eingerahmten Buchten (Calas), rauen Felsen, idyllischen Sandsteindörfern und seiner quirligen Hauptstadt. Doch auch hier gilt aktuell eine neue Realität. Auch wenn die Corona Bilanz der Balearen mit ca. 2200 Infizierten weit weniger bedrohlich aussieht als die vom spanischen Festland, ist die Insel gezeichnet. Ähnlich wie hierzulande gelten strenge Hygienevorschriften und viele neue Routinen in den Hotels und Restaurants sowie am Strand. Doch ganz klar, auch ein Urlaub unter diesen Vorzeichen ist reizvoll. Wann konnte man die Insel derart leer und unberührt für sich genießen? Die volle Schönheit Mallorcas, das ganz besondere Flair, lassen sich so noch viel eindrücklicher erleben. Am Strand muss nicht dicht an dicht liegen, wer nicht will, in den Gassen flaniert es sich mit nur wenigen Anderen schöner und im Restaurant ist immer ein Tisch zu haben (es empfiehlt sich aber, vorher anzurufen).

Guillermo Mendes, Deià
Nicht alle Restaurants und Cafés konnten wieder öffnen

Auch wenn möglicherweise das ein oder andere Restaurant noch nicht wieder geöffnet hat, bieten sich genügend Orte an, an denen man sich für die mallorquinische Küche begeistern lassen kann. Wer dafür noch auf der Suche nach Inspiration ist, dem sei das aktuelle Buch von Thomas Niederste-Werbeck, „Zu Gast auf Mallorca“, empfohlen. Der Autor, der seit einigen Jahren auf Mallorca lebt, führt uns einmal über die ganze Insel und stellt Restaurants, Rezepte und Geheimtipps aus allen Himmelsrichtungen vor. Die kulinarische Reise geht von der felsigen Westküste über die strahlende Hauptstadt Palma de Mallorca, entlang der exklusiven Südküste weiter über die bodenständige Ostküste bis in den schroffen Norden.

Landschaft
Mallorca hat viele Facetten

Jedes der porträtierten Restaurants hat seine ganz eigene Entstehungsgeschichte, in deren Mittelpunkt je eine visionäre Persönlichkeit oder ein kreatives Paar stehen. Sie alle haben sich auf Mallorca ihren Traum vom eigenen Restaurant erfüllt und dafür eine Menge an Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrem bisherigen Leben und Wirken eingebracht, sodass etwas ganz Besonderes entstehen konnte. Auf diese Weise kommen viele interessante Wahlmallorquiner zu Wort, die, ähnlich wie Thomas Niederste-Werbeck, irgendwann für sich entschieden haben auf der Insel ihren Lebensmittelpunkt zu installieren. Neben den Restaurants stellt der Autor noch einige andere Erfolgsgeschichten vor, wie z.B. die der Künstlerin Dora Good, die in einem ehemaligen Kloster in den Bergen Deiàs gemeinsam mit ihrer Mutter Keramik nach alter Tradition fertigt. Oder die Salinen von Es Trenc, aus denen Salz in Spitzenqualität für Mallorcas Spitzenköche gewonnen wird. In einem anderen Betrag erfahren wir, wie der gelernte Sozialarbeiter und Psychologe Tomeu Arbona zu einem von Spaniens besten Meisterbäckern avancierte. Alle eint dabei die Liebe zu einer „einfachen und ehrlichen Landküche, serviert in den schönsten Lebensräumen der Insel.“

Für einen möglichst nachhaltigen Eindruck, stellen wir euch hier noch zwei der wunderbaren Rezepte aus dem Buch vor.

Rote-Bete-Gazpacho
Schön erfrischend

Rote-Bete-Gazpacho

ZUTATEN

  • 750 g Rote Bete, gekocht, geschält und grob gehackt
  • 1 rote Chilischote, grob gehackt
  • 4 Nektarinen, geschält, entsteint und grob gehackt
  • 6 Korianderzweige, fein gehackt
  • 1 Gurke, geschält, entkernt und grob gehackt
  • 75 ml natives Olivenöl extra
  • 3 EL Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

GARNIERUNG

  • 1 Gurke, geschält und entkernt
  • 3 Schalotten, geschält
  • 2 EL Koriander, frisch gehackt
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Zitronensaft nach Belieben

ZUBEREITUNG

  1. Zuerst die Rote Bete in eine Küchenmaschine geben und zu sehr kleinen Stückchen verarbeiten. Dann Chili, Nektarinen, Koriander und Gurke hinzufügen und zu einer glatten Gazpacho-Suppe verarbeiten lassen. Nach und nach das Olivenöl hinzufügen.
  2. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Im Kühlschrank mindestens 2 Stunden abkühlen lassen.
  3. Gurke und Schalotten in kleine Würfel schneiden. Beides mit dem gehackten Koriander mischen, mit einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Den Zitronensaft unterrühren. Mindestens eine halbe Stunde lang kühl stellen, damit sich die Aromen entwickeln können.
  4. Zum Servieren die Gazpacho erneut abschmecken und bei Bedarf nachwürzen. In 6 einzelne Schalen füllen. In die Mitte jeder Schale einen Löffel der Garnierung setzen.

Salzzitronen (für ein Einmachglas, ca. 1,5 Liter)

Salzzitronen
Eingelegte Salzzitronen sind ein Jahr haltbar

ZUTATEN

  • 1 kg kleine, unbehandelte Zitronen
  • 8 EL grobes Meersalz
  • 1 sterilisiertes Einmachglas (ca. 1,5 l) mit säurefestem Deckel

ZUBEREITUNG

  1. Zitronen mit einer Gemüsebürste unter fließendem warmen Wasser abbürsten.
  2. Zitronen längs von der Spitze aus in Vierteln einschneiden, und zwar so, dass die Viertel von Kern und Stielansatz noch zusammengehalten werden. Über einer Schüssel aufschneiden, um den Saft aufzufangen. Zitronen vorsichtig auseinanderfalten, in jede Schnittfläche 1 TL grobes Meersalz geben und die Frucht wieder fest zusammendrücken.
  3. Früchte dicht nebeneinander in ein sterilisiertes Einmachglas füllen.
  4. Saft der letzten Zitrone zusammen mit dem aufgefangenen Saft und dem übrigen Meersalz in das Einmachglas geben. Falls noch etwas Platz im Glas sein sollte, die Zitronen mit einem sterilisierten Kieselstein in passender Größe beschweren und das Glas mit kochendem Wasser auffüllen, sodass die Zitronen vollständig mit Wasser bedeckt sind. Das Glas mit dem Deckel verschließen und für 3 bis 4 Wochen an einen warmen Platz in der Küche stellen.
  5. Die Zitronen sind im verschlossenen Glas rund 1 Jahr haltbar. Vor der Verwendung die Zitronen am besten mit einer Gabel aus dem Glas nehmen und unter fließendem kalten Wasser abwaschen. Zitronen aufklappen und das Fruchtfleisch ent- fernen. Zum Würzen der Gerichte wird meist nur die Schale verwendet.

TIPP
Die Flüssigkeit der eingelegten Salzzitronen kann in Salatsaucen und Dips gegeben werden.

Fotocredits: Janne Peters