Etwas ganz Besonderes

Heute gibt es ein ganz besonderes Rezept, die Texte kommen von Autorin Ella Risbridger (Die Geschichte beginnt mit einem Huhn). „Eines Abends saß ich auf dem Fenstersims der Winzigen Wohnung, atmete die Novemberluft ein und verspürte auf einmal das Bedürfnis, diese rauchige Funkenfeueratmosphäre noch einmal zu erleben, und meine kalten Hände sehnten sich nach Suppe. Rote Bete natürlich, für die Erde, und Pistazien, zum einen für den nussigen Geschmack des Herbsts, aber vor allem (ich geb’s zu) wegen ihrer leuchtend grünen Farbe im Kontrast zum tiefen Dunkelrot der Suppe.“

Rauchige Rote-Bete-Pistazien-Suppe

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Ein Genuss

ZUTATEN

  • 4 Rote Beten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 EL ungesalzene Pistazienkerne ohne Schale
  • 1 EL Olivenöl
  • 10 g (etwa 1 Handvoll) getrocknete Pilze (z.B. Pfifferlinge)
  • 500 ml kochendes Wasser
  • 250 ml Milch
  • 1 EL schwarze Pfefferkörner
  • 1 Spritzer Sahne (optional)
  • 1 kleines Stück Parmesan
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

ZUBEREITUNG

  1. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
  2. Grab deine Roten Beten aus, entweder aus dem Gemüsefach des Kühlschranks oder aus der Erde, und schrubb sie unter kaltem Wasser kräftig ab. Bei dieser Suppe lasse ich die Schale immer dran, sowohl wegen der Nährstoffe als auch aus Faulheit: Rote Bete schälen ist eine ziemliche Sauerei, und im Standmixer kommt ohnehin alles durcheinander. Aber falls du sie lieber schälst, dann schäl sie, und deine Suppe wird noch samtiger.
  3. Schäl die Zwiebeln und schneid sie in Viertel, dann leg sie und die Roten Beten in eine ofenfeste Form oder einen Bräter mit Deckel: Ich nehme immer meine alte Lieblingsbackform und eine zweite Backform (eigentlich das Unterteil der Grillpfanne, ohne den Grillrost) als Deckel obendrüber. Mit der Hälfte der Pistazien bestreuen und sehr, sehr großzügig Pfeffer darübermahlen. Mit Olivenöl beträufeln, zudecken, und ab geht’s in den Ofen.
  4. Während das Gemüse brät, die Pilze in eine hitzefeste Schüssel ge- ben, das kochende Wasser darübergießen und die Pilze einweichen.
  5. Nachdem Rote Beten und Zwiebeln 1 1/2 Stunden im Ofen waren, nachsehen, ob sie fertig sind: Sie sollten annähernd verbrannt aus- sehen, aber nicht im schlimmen Sinne; tun sie das nicht, nimm den Deckel ab und schieb sie für weitere 10 Minuten in den Ofen. Sämt- liche komplett verbrannten Teile ignorieren, alles direkt in den Mixer geben und auf höchster Stufe 4–5 Minuten pürieren. Es soll so sämig wie möglich werden.
  6. Das Einweichwasser der Pilze ganz langsam in den weiterlaufenden Mixer gießen. Du kannst auch die eingeweichten Pilze zugeben, wenn du willst, aber ich tue es meistens nicht: Sie können ein bisschen gummiartig werden, und im Grunde liebe ich vor allem die Flüssigkeit. Während Pilzflüssigkeit und Rote Bete miteinander Bekanntschaft schließen (etwa 2 Minuten), die Milch in einem klei- nen Topf erhitzen und auch in den Mixer geben. Langsam, langsam, nicht alles auf einmal, sonst schwappt alles aus dem Mixer heraus, falls deiner so ähnlich ist wie meiner.
  7. Wenn die Suppe glatt püriert ist, in einen Topf schütten, bei niedriger Temperatur erhitzen und den Mixer augenblicklich auswaschen, denn Rote Bete klebt wie verrückt. Während die Suppe langsam heiß wird, die Pfefferkörner und den Rest der Pistazien im Mörser grob zerstoßen.
  8. Die Suppe jetzt abschmecken und eventuell salzen: Du brauchst jetzt weniger, als wenn du sie zuvor gesalzen hättest. Auf Teller verteilen und eine winzigen Spritzer Sahne einquirlen (wenn du magst). Wenn es so gut wie im Restaurant aussehen soll, gib die Sahne mit einem Löffel in die Mitte und zieh sie mit dem Löffelstiel durch die Suppe. Streu die Pistazien-Pfeffer-Mischung in einer Linie quer über den Teller, mitten durch das hübsche Sahnemuster, und stäub dann ganz fein geriebenen Parmesan darüber.

Illustration: Elisa Cunningham