Englische Gärten

3 Modelle der englischen Gartenkultur

Wenn die Tage heller werden und das erste Grün durchbricht, wächst die Lust, dem eigenen Garten neue Impulse zu schenken. Die englische Gartenkunst hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert als Gegenbewegung zum strengen, geometrischen Barockgarten. Im Mittelpunkt stand der Wunsch nach einem möglichst naturnahen Design. Bis heute inspiriert dieser Ansatz nachhaltig. Drei Stilrichtungen zeigen, wie vielseitig sich dieser Klassiker heute interpretieren lässt und wie sich einzelne Elemente ganz leicht für den eigenen Garten übernehmen lassen.

Inspiration für den eigenen Garten: Rosen zunächst als Solisten setzen und dann die Begleitpflanzen darum arrangieren. Duftende Sorten mit locker gepflanzten Stauden kombinieren und dazwischen grüne Sträucher als ruhigen Pol einplanen. Zudem verleihen unterschiedliche Höhen und leicht versetzte Pflanzungen dem Beet Tiefe.

 

1| DER FORMALE GARTEN

Der formale englische Garten zeigt sich klar und bewusst reduziert. Hier wird Natur nicht gebändigt, sondern gestaltet. Zentrale Wege, streng geschnittene Hecken und geometrische Kompositionen verleihen ihm eine architektonische Anmutung. Dichte Hecken, oft aus Buchsbaum oder Eibe, sorgen für Struktur und lenken den Blick auf offene Rasenflächen oder beeindruckende Ausblicke.
Typisch sind Buchsbaumornamente, akkurat eingefasste Beete und zentrale Wasserbecken oder Skulpturen, die als visuelle Anker dienen. Rasenflächen wirken wie grüne Teppiche, auf denen jedes Element bewusst positioniert ist.

Inspiration für den eigenen Garten: Selbst in kleineren Gärten lässt sich diese Haltung übersetzen. Schon eine klar definierte Wegführung, spiegelbildlich bepflanzte Beete oder eine streng geschnittene Hecke als ruhiger Hintergrund lässt Stauden und Blüten im Vordergrund umso stärker strahlen.

Formale Hecken der Hilborough House Gardens
© Country Life

 

2 | DER ROSENGARTEN

Rosen sind das Herzstück der englischen Gartenromantik. Üppige Blüten in Pastell, Creme oder sanftem Mauve entfalten ihre Wirkung besonders schön in Kombination mit Stauden wie Lavendel, Salbei oder Rittersporn.
Hier sind verspielte Elemente erwünscht: Bögen, Rankgitter und Pergolen tragen Kletterrosen, während locker geschwungene Kieswege durch ein Meer aus Blüten führen. Mittendrin laden Sitzplätze zum Erleben des Dufts und der Blüten ein.

Inspiration für den eigenen Garten: Rosen zunächst als Solisten setzen und dann die Begleitpflanzen darum arrangieren. Duftende Sorten mit locker gepflanzten Stauden kombinieren und dazwischen grüne Sträucher als ruhigen Pol einplanen. Zudem verleihen unterschiedliche Höhen und leicht versetzte Pflanzungen dem Beet Tiefe.

callwey-romantische-garten-rosen
© Katy Donaldson

 

3 | DER MODERNE GARTEN

Der zeitgenössische englische Garten interpretiert Tradition neu. Klare Grundrisse sorgen für Übersicht, Beete und Wege sind bewusst durch Hecken, Bäume oder Kiesflächen abgegrenzt. Statt strenger Symmetrie entsteht ein spannungsvolles Spiel aus Struktur und fließenden Übergängen.
Charakteristisch ist der Kontrast zwischen ausdrucksstarken Pflanzen und massiven Materialien wie Naturstein, Holz oder Cortenstahl. Wasser bleibt ein zentrales Element, sei es als ruhiger Brunnen, moderner Bachlauf oder edles Becken.

Inspiration für den eigenen Garten: Wenige Pflanzenarten in größeren Gruppen verwenden und klare Abgrenzungen schaffen. Wiederholungen sorgen für Harmonie, einzelne Solitärpflanzen setzen gezielte Highlights. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Struktur, Material und bewussten Kontrasten.

Where sympathy and experimentation go hand in hand
© Country Life