Passend zur Marmeladenzeit dürfen wir diesen Monat Kuchentratsch als Autoren des Monats vorstellen. Für unser Interview hat sich Oma Sonja Zeit genommen, um einige Fragen zu beantworten. Dabei ging es unter anderem um persönliche Marmeladen-Momente und die Gemeinschaft, die beim gemeinsamen Essen und Kochen entsteht. Wer nach dem Interview selbst Lust auf das einkochen seines Lieblingsobsts bekommen hat, sollte unbedingt in Die Marmeladen-Königinnen hineinschauen und sich inspirieren lassen.

1. Marmelade kochen ist für viele mit Kindheitserinnerungen verbunden. Welche Erinnerung kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, wenn Sie ein Glas Marmelade öffnen?

Da fällt mir sofort der Schrebergarten meiner Eltern ein und da sehe ich immernoch meinen Vater in den Johannisbeersträuchern drinnen sitzen und die Johannisbeeren ernten. Da sind wir alle dabei gewesen, haben die Beeren abgezupft und dann ist Marmelade eingekocht worden.

2. In Ihrem Buch steckt viel mehr als eine Rezeptsammlung. Was macht für Sie eine wirklich gute Marmelade aus und welches Rezept liegt Ihnen ganz besonders am Herzen?

Für eine gute Marmelade muss man sehr gute Früchte verwenden, die müssen wirklich reif sein, damit der volle Geschmack durch kommt. Und meine Lieblingsmarmelade ist die mit Hollerblüten und Multivitaminsaft, die wird von meinem Freundeskreis heiß geliebt. Da kriege ich so viele Anfragen: Hast du die wieder gekocht?

3. Sie haben im Laufe Ihres Lebens sicher unzählige Gläser eingekocht. Gibt es einen Trick oder ein kleines Geheimnis, das jede Hobbyköchin und jeder Hobbykoch kennen sollte?

Sauberkeit, Liebe und gute Früchte. Und Zeit, man sollte sich Zeit nehmen. Marmelade nicht hektisch und mit Liebe machen.

4. Früher wurde vieles selbst eingemacht, heute kaufen viele ihre Marmelade im Supermarkt. Glauben Sie, dass das Selbermachen gerade wieder an Bedeutung gewinnt und warum?

Ich denke schon, dass selbstgemachte Marmelade wieder an Bedeutung gewinnt. Durch die Nachfrage und meinen Herbstmarkt merke ich, dass viele Leute jedes Jahr wieder kommen und meiner selbstgemachten Marmelade so eine Wertschätzung entgegen bringen. Früher war das nicht so, da wollte viele meine Marmelade nicht haben aber heute stehen die Leute Schlange. Weil es auch einfach anders schmeckt. Das industrielle schmeckt einfach anders und nicht so frisch.

5. Beim gemeinsamen Einkochen entstehen oft die schönsten Gespräche. Gibt es eine Geschichte oder Begegnung aus der Zeit bei Kuchentratsch, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja, da erinnere ich mich gerne an früher. Wenn wir alle am Gartentisch gesessen sind und die Johannisbeeren gezupft haben. Jeder hat vor sich hin gearbeitet und wir haben Geschichten von früher erzählt. Das war einfach das schöne familiäre Miteinander.

6. Wenn Sie jemandem, der noch nie Marmelade gekocht hat, Lust darauf machen müssten warum lohnt es sich, selbst den Kochlöffel in die Hand zu nehmen?

Zuerst einmal die selbstgekochte Marmelade probieren im Vergleich zu einer aus dem Supermarkt. Dann kauft man niewieder eine Marmelade.

7. Zum Abschluss eine kleine Zeitreise: Wenn Sie einem Menschen aus Ihrer Kindheit ein Glas Ihrer Lieblingsmarmelade schenken könnten wer wäre das und warum gerade diese Sorte?

Ich würde meinem heißgeliebten Opa, der vor vielen Jahren gestorben ist, ein Glas schenken. Er war ganz ein süßer und hat am liebsten Erdbeermarmelade gegessen. Da sind wir früher immer auf das Erdbeerfeld gegangen, haben ein ganzen Körbchen gesammelt und dann hab ich ihm Marmelade gekocht. Das hat mein Opa heiß und innig geliebt.

Fotocredit: Kuchentratsch