Mag man d’rüber denken, wie man will: Die katholische Tradition, freitags kein Fleisch zu essen, bescherte uns Kindern nach dem Heimkommen von der Schule ein ums andere Mal ein Mittagessen ganz nach unserem Geschmack. Neben diversen Fischgerichten verwöhnte uns meine Mutter mit Süßspeisen aller Art – Pfannkuchen, Reibekuchen mit süßem Quark, Kaiserschmarrn, Waffeln, Püfferchen – und Milchreis. Als Hauptspeise wohlgemerkt. Ich will gar nicht lange drum herum reden – unter Anleitung meiner Ma bin ich zum weltbesten Milchreis-Kocher aufgestiegen. Das jedenfalls sagen mein Kinder – und Kindermund tut bekanntlich Wahrheit kund. Damit Sie auch in den Genuss kommen, hier die so schlichte wie bestechende Rezeptur:
Milchreis selber machen Rezept
für 2 Erwachsene und 2 kleinere Kinder (als Hauptmahlzeit)
250 Milchreis
1 Liter Vollmilch (nicht fettarm!)
75 Gramm Butter
31/2 Esslöffel Zucker
1 gestrichenen Teelöffel Salz
Zum Garnieren, Unterheben: Zimt
Und, ganz wichtig, ein eingemachtes Obst mit viel Fruchtsaft; z.B. Tortenpfirsiche aus der Dose; eingeweckte Süßkirschen …
Zubereitung und Anleitung Milchreis kochen
Die kalte Milch in einem größeren Topf aufsetzen; Butter, Zucker, Salz zugeben und alles zum Kochen bringen. Etwas Geduld sollte man mitbringen, sprich die Temperatur nicht zu schnell hochfahren, damit die Milch nicht anbrennt. Und immer wieder umrühren. Wenn die Milch kocht, den Milchreis unter Rühren in den Topf rieseln lassen – das verhindert das Verklumpen. Nun bei milder Hitze den Reis ca. 20-25 Minuten sanft vor sich hinköcheln lassen – dabei ebenfalls immer wieder umrühren, damit der Reis nicht ansetzt. Fertig ist der Milchreis, wenn er eine cremige Konsistenz hat, keine Milch mehr im Topf steht und das einzelne Korn zart auf der Zunge zergeht (es darf nicht zerkocht sein und erst recht nicht mehr bissfest). Jeder kann dann am Tisch nach Geschmack Zimt unterheben. Wichtig nun, dass genügend Obst mit reichlich Fruchtsaft als Beilage bereit steht. Der Saft darf ruhig auf dem Reis „schwimmen“. Das „Geheimnis“, das zu dem fulminanten Geschmack führt, liegt (neben der ordentlichen Portion Butter) in der Menge Salz. In den meisten Rezepten ist von einer Prise Salz die Rede; können Sie vergessen. Die Süße des Zuckers verträgt, ja braucht geradezu eine ordentliche Menge Salz. Also, nur Mut! Ich habe in meinem Leben erst einen Milchreis versalzen – weil ich Zucker und Salz verwechselt hatte …
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