Manolo Blahník bringt Farbe in Ihren Winter

Auch wenn der Winter alles in ein frostiges grau taucht, finden sich versteckt in unseren Kleiderschränken sicherlich Kleidungsstücke, mit denen sich tolle Farb-Statements setzten lassen. Starten wir mit den Schuhen. Power-Farben, ausgefallene Designs und ein kreativer Mustermix ist ein Muss bei einem der größten Modeschöpfer und Schuhdesigner unserer Zeit! Mit zahlreichen Beiträgen, persönlichen Erinnerungen und inspirierenden Interviews der berühmtesten Filmemacher und einflussreichsten Modekritiker gewährt das Buch einen einzigartigen Einblick in die persönliche Welt von Manolo Blahník.

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Abendkleid aus Organza, mit Holzperlen und Bast, aus der Haute-Couture-Kollektion "Bambara" von Yves Saint Laurent.

 

Seine „unstillbare Sehnsucht“ nach Afrika lässt sich in vieler seiner Kollektionen erkennen. Tauchen Sie ein in seine Kindheitserinnerung an Afrikas Buntheit, an bunte Stoffe und quirlige Märkte.

Afrika

„Ich bin quasi an der afrikanischen Küste zur Welt gekommen und war schon als Kind von diesem Kontinent fasziniert. Afrika war so ganz anders als Spanien, und das, obwohl Andalusien – Spaniens Herz – arabisch geprägt ist. Ich habe eine frühe, tief verankerte Kindheitserinnerung an die bunten Stoffstreifen, mit denen die Kaffee- und Zuckersäcke zugebunden waren, die aus Afrika auf unsere Insel kamen. Die Speisekammer meiner Großmutter war voll davon, sodass es leicht war, ein paar davon zu stibitzen. Farben. Leuchtend. Lebendig. Muster. Ein optischer Wirbel. Bis auf den heutigen Tag bin ich von den afrikanischen Märkten begeistert, von ihren lebendigen und chaotischen Ständen. Radio Casablanca war mein Lieblingssender. Die wunderbare Stimme von Umm Kulthum. Traditionelle marokkanische Musik. Ich war verzaubert. Später dann Fela Kuti und Hamza el Din, die mir noch tiefere Sphären erschlossen.

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Anstatt mich am Strand zu tummeln, ging ich in Marokko zusammen mit meinem Freund Peter Hinwood lieber ins Kino, um ägyptische Filme anzusehen. Jeden Tag. Oft in sehr primitive Kinos. Es waren nicht die besten Filme, aber mitreißend waren sie immer. Inspirierend. Und dann das Afrika der frühen Hollywoodfilme! Die von Travis Banton eingekleidete Dietrich in Sternbergs Blonde Venus (1932). Das war echter Voodoo-Stoff! Meine Begeisterung für Nagib Mahfuz und seine Bücher, die ich wieder und wieder las. Die Kairoer Trilogie, und viele andere. Bilder. Peter Beard – diese unglaublichen Fotos von Iman, seine wunderbaren Bücher. Leni Riefenstahl. Mirella Ricciardi. Seydou Keïta.

Sie alle haben meine unstillbare Sehnsucht nach Afrika genährt. In Genf verblüffte mich 1967 die Schönheit von Monsieur Saint Laurents „Bambara“-Kollektion. Genial. Modern.

Opulent. Sexy. Ein Schock und ein Fest zugleich. Verwegen. Es war eine große Ehre, mirfür meine Retrospektive im Londoner Design-Museum zwei Modelle ausleihen zu dürfen. Und dann John Gallianos Massai-Damen in traditionellem Perlenschmuck und Pepitamuster. Vom wirklichen Afrika unendlich weit entfernt. Doch ein Triumph der Fantasie.“

Mehr Einblicke in seine persönliche Welt finden Sie in MANOLO BLAHNÍK – DIE MONOGRAFIE.

Fotonachweis:

Modefotografie oben links: Alexandre Guirkinger

Restliche Fotografien: Michael Roberts