13. Januar 2012 / Kabisch
Zeig mir Deine Dekoration und ich sage Dir, wer Du bist
Zu Hause – wir alle fühlen uns dort am wohlsten. Doch was genau löst dieses Gefühl eigentlich aus? Warum werden wir uns im schönsten Hotel und bei den engsten Freunden niemals ganz wie daheim fühlen? Es gibt verschiedene Theorien, aber eine davon ist, dass nicht wir die vier Wände eingerichtet haben. Es fehlt die persönliche Dekoration, ein individueller Touch, der die Räume zur Heimat macht.
Für Professor Axel Venn, Farbexperte und Wissenschaftler, ist Dekoration eine Art von Schmuck. Ob Raumdekoration, Gartengestaltung oder Hausfassaden, sie sollen nicht nur den Blick eines Vorübergehenden festhalten, sondern auch uns selbst und unsere Stimmung widerspiegeln.
Laut Venn sind Dekorationsgegenstände "häufig funktions- aber niemals sinnlos", da sie erheblich zu unserem Wohlbehagen beitragen. Dekorative Stücke machen Räume zur Heimat. Sie drücken Wohnungen ihren Stempel auf. Leere Räume haben keine Signaturen und kein Leben. So kommt es, dass wir manchmal Dinge mögen die nicht besonders schön aber dafür selten und individuell geprägt sind.
Auch vollgestellte Räume wirken oft behaglicher als das aufgeräumte Haus im perfekt abgestimmten Design. Gemütlicher ist es, wenn sich die Bücher stapeln und die Kissen türmen.
Von besonderer Bedeutung sind natürlich auch Farben, denn diese haben Einfluss auf unser Gemüt. Rötlichere Farben verbreiten Wärme, hingegen wirken blaue eher kühler. "Warme Braun- und Metalltöne erden uns", sagt Venn.
Am 16. Januar fängt in Köln die jährliche imm cologne, die große internationale Einrichtungsmesse, an. Professor Venn wird vor Ort sein und drei Vorträge halten (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag). Auch unsere Autorin Holly Becker, die bekannte decor8-Bloggerin, steht am Montag Rede und Antwort.
Fotocredit: imm cologne / 2011